Über mich

Ich arbeite seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Biologie, Gesundheit und angewandtem Wissen. Mein Zugang ist geprägt von molekularen und ökologischen Grundlagen ebenso wie von biopsychologischen, verhaltensbiologischen und humanbiologischen Perspektiven auf Regulation und Verhalten. Mich interessieren weniger Einzelbefunde als wiederkehrende Strukturen – die Muster, nach denen biologische Systeme reguliert werden, kippen oder sich neu organisieren. 

 

Ich bin studierter Biologe (Dipl.-Biol.). Während meines Studiums lag mein Schwerpunkt auf molekularen Regulationsmechanismen, genetischen Grundlagen und ökologischen Zusammenhängen. Diese Kombination hat meinen Blick nachhaltig geprägt: Biologische Prozesse lassen sich weder auf einzelne Moleküle noch auf isolierte Symptome reduzieren. Sie entstehen im Zusammenspiel von Genetik, Umwelt, Verhalten und Zeit – und werden erst verständlich, wenn man sie in diesem Zusammenhang betrachtet. 

 

Im Rahmen meiner akademischen Arbeit war ich unter anderem am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) tätig. Dort arbeitete ich in einem interdisziplinären Forschungsumfeld, in dem ökologische, systemische und datenbasierte Ansätze zusammengeführt wurden. Diese Tätigkeit hat mein Verständnis für komplexe, nichtlineare Systeme weiter geschärft – insbesondere dafür, wie sich ähnliche Muster in sehr unterschiedlichen biologischen Kontexten wiederfinden. 

 

Parallel verlagerte sich mein Fokus zunehmend auf angewandte Gesundheitsfragen. Vitalpilze, Pflanzenstoffe und andere naturbasierte Wirkstoffe rückten in den Mittelpunkt, weil sie sich nicht auf einen einzelnen Zielmechanismus reduzieren lassen. Ihre Bedeutung erschließt sich erst, wenn man Zusammenhänge erkennt – zwischen Stoffwechsel, Immunregulation, Nervensystem und Umweltfaktoren. 

 

Ein wesentlicher Teil meines Zugangs ist durch eigene Erfahrung entstanden. Meine gesundheitliche Geschichte war kein einzelnes Ereignis, sondern eine lange Entwicklung. Sie begann bereits mit 16 Jahren in Form von Allergien und einer zunehmenden Überreaktivität des Organismus und setzte sich über viele Jahre fort. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg kam es zu einer schrittweisen Dysregulation biologischer Systeme – immunologisch, neurologisch und energetisch –, die schließlich in einer ausgeprägten Form von ME/CFS mündete. Dieser Prozess verlief nicht dramatisch, aber konsequent. 

 

In dieser Zeit wurde ich immer wieder mit den Grenzen des bestehenden medizinischen Systems konfrontiert. Die schulmedizinische Versorgung ist hervorragend darin, akute Zustände zu behandeln und Symptome zu klassifizieren, stößt jedoch häufig an ihre Grenzen, wenn komplexe, systemische Prozesse betroffen sind. Mein eigener Weg war weniger von Fehlbehandlung geprägt als von struktureller Hilflosigkeit: Diagnosen wechselten, Interventionen zielten auf einzelne Symptome, während das übergeordnete Muster unbeachtet blieb. 

 

Diese Erfahrung hat mein Verständnis von Gesundheit grundlegend verändert. Sie hat mir gezeigt, dass nachhaltige Stabilisierung nicht durch das Ausschalten einzelner Symptome entsteht, sondern durch das Wiederherstellen von Regulation auf Systemebene. Dieses Denken prägt meine Arbeit bis heute – nicht als Gegenentwurf zur Schulmedizin, sondern als notwendige Ergänzung dort, wo lineare Modelle nicht mehr ausreichen. 

 

Heute verbinde ich wissenschaftliche Ausbildung, kontinuierliche Recherche, langjährige Praxis und persönliche Erfahrung. Ich arbeite nicht therapeutisch im klassischen Sinn und gebe keine Heilversprechen. Mein Fokus liegt auf Einordnung, Orientierung und dem Übersetzen komplexer biologischer Zusammenhänge in verständliche, belastbare Entscheidungsgrundlagen. 

 

Ein zentraler Schwerpunkt meiner Arbeit sind Vitalpilze: ihre Biologie, Inhaltsstoffe, Qualität, Verarbeitung und ihr sinnvoller Einsatz im Rahmen eines ganzheitlichen Verständnisses von Gesundheit. Ich bin Autor des Buches „Gesund mit Heilpilzen“ (Riva Verlag, 2020) und habe 2022 eine Ausbildung zum Mykotherapeuten bei der Integrative MycoMedicine Association (IMMA) abgeschlossen. Darüber hinaus beschäftige ich mich intensiv mit Fragen der Rohstoffqualität, Verarbeitung, wissenschaftlichen Studienlage und regulatorischen Einordnung. 

 

Meine inhaltliche Auseinandersetzung mit Pilzen beschränkt sich dabei nicht auf physiologische oder biochemische Aspekte. Mich interessiert ebenso, wie Pilze in unterschiedlichen Kulturen, Forschungsfeldern und Bewusstseinskontexten eingeordnet werden – historisch, biologisch und gesellschaftlich. 

In diesem Zusammenhang bin ich auch Mitautor des Buches Microdosing mit Psilocybin. Der Fokus dieser Arbeit lag auf der wissenschaftlichen Einordnung, dem aktuellen Forschungsstand und dem kulturellen Kontext psychedelischer Pilze. Ziel war es, einen differenzierten und informierten Blick auf ein Themenfeld zu ermöglichen, das gleichermaßen von Faszination, Projektion und Missverständnissen geprägt ist. 

 

Neben Beratung und Wissensvermittlung begleite ich Projekte in den Bereichen Pilzzucht, Produktentwicklung und fachliche Konzeption. Mein Anspruch ist dabei konstant: wissenschaftliche Sorgfalt, klare Sprache und eine konsequente Trennung von Erkenntnis und Vermarktung. 

 

MycoSoma ist aus diesem Ansatz entstanden – als Plattform für fundierte, kritische und unabhängige Auseinandersetzung mit Vitalpilzen, Gesundheit und Selbstregulation. Nicht als Versprechen, sondern als Raum, in dem Zusammenhänge sichtbar werden dürfen und eigenverantwortliche Entscheidungen möglich sind. 


 

Viele chronische Erkrankungen sind keine Defekte einzelner Teile, sondern Ausdruck eines Systems, das seine Fähigkeit zur Regulation verloren hat. 

Entscheidend ist oft nicht das Detail – sondern das, was sich wiederholt.